Reflecta Digitdia 5000 im Test

Der Reflecta Digitdia 5000 ist der einzige Diascanner, mit dem man auch mehrere Tausend Dias relativ (!) komfortabel digitalisieren kann. Während ich diese Zeilen hier schreibe läuft der Diascanner neben mir auf Hochtouren; mittlerweile konnte ich einige Erfahrungen im Test sammeln, langsam artet es aber zu einem Dauertest aus. Ich bin bereits durch die ersten 1.000 Dias durch.

1. Reflecta Digitdia 5000 mit Silverlight, wer braucht das?

Wer sich einen Reflecta Digitdia 5000 Diascanner kaufen möchte, hat die Wahl zweier Versionen; einmal das nackte Gerät mit einfacher Treibersoftware und rudimentärer Bildbearbeitung, oder das Paket inklusive der Profisoftware Silverlight. Ich habe mich für die günstige Variante ohne Silverlight entschieden, denn Silverlight kostet nochmal ca. 200 € zusätzlich. Aber zum Testen kann man sich eine Demo von Silverlight herunterladen, die Bilder werden dann allerdings mit einem unschönen Wasserzeichen unbrauchbar gemacht, aber zum ausprobieren reicht es, man sieht die Ergebnisse klar. Meine Einschätzung dazu: Wer eine vernünftige Bilbearbeitungssoftware hat wie Photoshop oder auch nur Photoshop Elements kann darauf verzichten. Alle Bildanpassungen die Silverlight per Software erledigt, kann man auch in Photoshop machen. Die einzige Funktion in Silverlight die mir sehr imponiert hat ist eine Art HDR Scan-Modus; hierbei wird das Dia mehrfach gescannt und dann die einzelnen, unterschiedlich belichteten Scans zu einem Bild zusammengefügt. Das ermöglicht einen höheren Dynamikumfang besonders in Schattenbereichen.
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Das Ganze hat aber einen entscheidenden Nachteil: Es dauert eben noch länger. Und nachdem ein einziges Dia schon ca. 3 Minuten benötigt, kann das schnell sehr sehr lange werden. Im übrigen ist die Oberfläche von Silverlight sehr altbacken, wer moderne Programme kennt fühlt sich in die 90er Jahre zurückversetzt. So gut die Filter auch sein mögen, eine nutzerfreundliche und moderne Oberfläche täte Silverlight sehr gut. Bis es soweit is mein Tipp: Sparen Sie sich Silverlight und holen Sie sich Photoshop Elements.

2. Erste Schritte mit dem Reflecta DigitDia 5000

Nachdem man den Treiber mit der rudimentären Bildbearbeitung CyberView X installiert hat, muss man den Scanner nurnoch an das Stromnetz anschließen und dann per USB mit dem PC verbinden. Der Diascanner unterstützt fast alle gängigen Diamagazine, ich teste das ganze mit Universal-Magazinen. Und hier klappt das eigentlich ganz gut; Magazin einführen, dann in CyberView X das Magazin laden und einstellen, dass man 50 Dias in bester Qualität scannen will. Dazu empfehle ich dringend, die Bilder NICHT in CyberView selbst gleich zum JPG komprimieren zu lassen, sondern ich scanne die Bilder mit 3600 dpi, 8 Bit Farbtiefe und speichere sie alle unkomprimiert als TIFF Dateien. Denn die Komprimierung im CyberView X ist mir zu grob, selbt in „bester“ Qualität. Man kann die Bilder dann (Achtung, nur bei 8 Bit!) in Photoshop Elements per Stapelverarbeitung einfach ordnerweise in JPGS konvertieren. Wenn man dort die beste Qualität wählt sind die Bilder ca. 8MB groß. Die Tiffs sind mit 40-50 MB auf Dauer doch etwas sehr groß und in bester Photoshop (Elements) Qualität sieht man selbst in der 100% Ansicht keine Unterschiede zum unkomprimierten TIFF.

3. Bildqualität bzw. Scanqualität des Reflecta Digitdia 5000

Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, allerdings sollte man die Bilder alle ein wenig nachbearbeiten. Das geht mit Photoshop auch sehr schnell, auch bei sehr vielen Dias. Insgesamt sind die Bilder ohne Nachbearbeitung etwas zu dunkel und je nach Diaqualität kann man die Farbwerte etwas anpassen. Für meinen Geschmack sind die Farben etwas zu warm. Aber nachdem ich nicht über einen kalibrierten Bildschirm verfüge bin ich hier vorsichtig. Lieber nur wenig nachbessern, etwas aufhellen, so gehen nicht unnötig viele Bildinformationen verloren. In der Bildergallerie können Sie einige Produktfotos sehen aber auch Ergebnisse eingescannter Dias. Und noch etwas, wer alte Kodak-Dias in Papprahmen hat muss mit häfigeren Staus und Verklemmungen rechnen. Die neueren und stabileren Kunststoffrahmen sind da deutlich besser im Handling, nur am Beginn des Magazins verklemmt sich das Dia manchmal. Dann läuft der Diascanner aber fast imme rproblemlos durch das ganze 50er Diamagazin durch.

4. Fazit zum Test und zu meinen Erfahrungen mit dem Reflecta Digitdia 5000 Diascanner

Wer nicht erwartet, dass die Ergebnisse auch ohne Nachbearbeitung sehenswert sind, der wird mit dem DigitDia 5000 von Reflecta seine ganzen Dias in guter Qualität ins digitale Zeitalter retten können. Nachdem das Gerät mit rund 1.000 € Anschaffungspreis nicht gerade günstig ist, empfehle ich 1. den Reflecta DigitDia nach der Digitalisierung des Diaarchivs bei eBay wieder zu verkaufen und 2. empfehle ich, das Gerät z.B. bei einem großen zuverläassigen Partner online zu bestellen, der auch Filialen hat damit man ggf. den Kundenservice dort nutzen kann. Preiswert und gut ist hier für mich Conrad: Zum günstigen Angebot von Conrad Diascanner Reflecta Digitdia 5000 Update: Wenn sich der Reflecta Digitdia 5000 einmal wirklich richtig verklemmt und man schon am liebsten den ganzen Diascanner zurück tragen möchte oder zurückschicken möchte (deswegen übrigens auch der Tipp mit Conrad) sollte man versuchen das Gerät abzuschalten, auskühlen lassen und dann wieder einzuschalten. Das erstaunliche: das Gerät erkennt das Problem und versucht es zu lösen, in meinem Fall hat sich alles von alleine gelöst.
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Kommentare (3)

  • Marco Camozzi

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    Hallo, vielen Dank für den ausführlichen Testbericht des Digitdia 5000. Bitte erlauben Sie folgende Frage: haben Sie auch Kodachrome Dias eingescannt und wenn JA, waren Sie mit dem Resultat zufrieden? Ich habe aus verschiedenen Internet Beiträgen verstanden, dass für Kodachrome Dias unbedingt die Silverfast Software benötigt wird. Vielen herzlichen Dank für ein kurzes Feedback und beste Grüsse aus der Schweiz. Marco Camozzi

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    • admin

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      Hallo Marco,
      ja, da waren tatsächlich einige (Kästen) Kodachrome Dias dabei. Ich habe die Bilder anschließend mit einer Bildbearbeitungssoftware (etwas anderes ist Silverfast im Prinzip auch nicht) etwas aufgehellt und die Farbwerte optimiert weil die Dias teilweise schon etwas farbstichig waren.
      Bitte nicht falsch verstehen, Silverfast ist nicht schlecht. Der einzige Vorteil gegenüber normaler Bildbearbeitungssoftware ist aber die Möglichkeit, Dias mehrfach mit unterschiedlicher Belichtung zu scannen und zusammenzufügen (vergleichbar mit HDR Aufnahmen). Das funktioniert sehr gut, kostet aber extrem viel Zeit und kam deswegen bei mir (für mehr als 10.000 Dias) nicht in Frage.

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